Von einem befreundeten Trainer-Kollegen bin ich neulich gefragt worden, ob ich ihm sechs Tennisbälle für einen bevorstehenden Workshop leihen könnte. Er wusste, dass ich eine leidenschaftliche Tennisspielerin bin, und so war diese Nachfrage durchaus folgerichtig.

Da ich mir keinen Reim darauf machen konnte, was er vorhatte und warum es exakt sechs Bälle sein sollten, fragte ich ihn kurzerhand. Er erklärte mir, dass er die Bälle für ein Spiel verwenden wollte, das aus zwei Durchgängen besteht und wie folgt ablaufen soll:

Alle sechs Tennisbälle werden in einen Eimer gelegt. Zwei der Workshop Teilnehmer treten gegeneinander an. Im ersten Durchgang werden die sechs Bälle mit einem Schwung aus dem Eimer in Richtung eines Teilnehmers geworfen. Er soll so viele Bälle wie möglich auf einmal fangen. Dann ist der andere Teilnehmer an der Reihe. Den ersten Durchgang gewinnt, wer die meisten Tennisbälle auf einmal fangen konnte. Keine leichte Aufgabe, wie ich meine.

Es folgt der zweite Durchgang. Die Tennisbälle werden diesmal jedoch einzeln aus dem Eimer geschleudert: Einer nach dem anderen. Wieder muss jeder so viele Bälle wie möglich fangen. Jeder gefangene Ball darf aber abgelegt werden, so dass für den nächsten Fangversuch wieder beide Hände frei sind. Insgesamt gewinnt der Teilnehmer, der in beiden Durchgängen die meisten Bälle gefangen hat.
Wahrscheinlich halten Sie den zweiten Durchgang für sehr viel einfacher, geradezu für kinderleicht nach dem herausfordernden Ersten.

Genau diese Frage wird den Seminarteilnehmern gestellt: Welche Aufgabe war leichter? Und vor allem – warum? Alle sind sich einig: Der zweite Durchgang ist natürlich einfacher zu schaffen.
Sie fragen sich, was dieses kleine Spielchen, das „Jonglieren“ von Bällen, mit Veränderungen zu tun hat?

Die Antwort ist recht simpel. Das Spiel veranschaulicht eine einfache Wahrheit, wenn es um Veränderungen in Ihrem Maklerbetrieb geht.

Wenn Sie mit Ihren Mitarbeitern eine große Veränderung umsetzen wollen, dann wird es für Ihre Mitarbeiter schwierig, mehrere „Bälle“ auf einmal in der Hand zu halten.

Es ist wie in dem Spiel: Wenn Sie beginnen, die Bälle zuerst einzeln zu fangen, wird das recht einfach sein. Wenn Sie einen Ball gut werfen und jedes Mal sicher fangen, werden Sie bald einen zweiten Ball dazu nehmen können. So gestaltet sich ein Lernprozess erfolgreicher und ohne Frust.

Veränderungen gelingen am besten, wenn man sie schrittweise einführt: Ein Ball nach dem Anderen. Unser Gehirn kann Veränderungen am einfachsten verarbeiten, wenn sie „häppchenweise“ eingeführt werden. Wenn Ihre Mitarbeiter einen Schritt gemeistert haben, und dieser zur Gewohnheit wird, können sie den nächsten „Ball“ dazu nehmen. So gelingt es nicht nur Ihren Mitarbeitern, sondern auch Ihnen, große Veränderungen erfolgreich umzusetzen. Denken Sie einfach immer wieder an die Tennisbälle. Alles andere ist dann ein leichtes Spiel.

Viel Spaß dabei.
Ludwika

©Bild: Itzehoer Akademie