Was wünschst Du Dir? – Eine Geschichte zum Osterfest

Der Frühling hat begonnen (auch wenn das Wetter nicht immer danach aussieht ☹) und die Osterferien stehen wieder kurz vor der Tür. Eltern planen diese Zeit meistens viele Wochen im Vorfeld, denn es heißt, die Kinderbetreuung zu organisieren oder alternativ den Familienurlaub zu planen – oder eventuell Beides.

Das Osterfest ist ein wichtiger Bestandteil der katholischen Tradition, was bedeutet, dass in Deutschland bei vielen Familien die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert wird. Es ist aber gleichzeitig auch so, dass viele Menschen die Osterzeit als Urlaubszeit betrachten und sie entsprechend verbringen.

Unabhängig von individueller Lebenseinstellung, persönlichen Werten und Konfession feiern auch viele Nicht-Christen das Osterfest mit manchen (nicht unbedingt immer christlichen) Traditionen, wie der Eiersuche mit den Kindern und dem Verschenken von kleinen Aufmerksamkeiten (vorbeigebracht vom Osterhasen persönlich). Es ist meistens nicht so üppig, wie zu Weihnachtszeit, aber etwas „Schokoladiges“, süße (Oster-)Hasen oder andere kleine Geschenke sind immer noch ein Teil dieser Tradition.

Ich finde es persönlich schön und erlebe es als ein wunderbares Familienfest, an dem wir uns alle treffen, um zu feiern und gemeinsam die Zeit zu verbringen. In diesem Zusammenhang stellen sich viele Menschen die Frage, was „man/frau“ oder Kind sich als Geschenk wünscht, weil man doch etwas schenken möchte, was dem Beschenkten Freude bereitet.

Wie wäre es, wenn wir uns dieses Jahr folgende Frage stellen: „Was wünsche ich mir als Geschenk, das ich mir selbst schenken kann?“

Wir könnten vielleicht sogar vor der Osterzeit ein bisschen entschleunigen, um in Ruhe darüber nachzudenken.

Mein persönliches Motto für Coachings, aber auch für mein Leben ist ein Zitat von Lucius Annaeus Seneca: „Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der günstige.“ Ich finde, dass wir viele gute Entscheidungen im Leben treffen können, wenn wir wissen, was wir uns im Leben wünschen. Darüber hinaus freuen wir uns umso mehr, wenn diese Wünsche in Erfüllung gehen.

Damit das Nachdenken nicht so schwer wird, und wir die Frühlingstage unbeschwert genießen können, schlage ich vor, dass wir uns auf das aktuelle Jahr bis Weihnachten fokussieren. Wir können uns dazu entscheiden, dass wir alle materielle Dinge außer Acht lassen und die Frage anders formulieren:

Was könnte ich mir selbst schenken?  Was könnte mein Lebensgefühl in diesem Jahr sowohl beruflich als auch privat verbessern könnte? Was wäre wünschenswert?

Wenn ich diese Frage in Coachings oder Seminare stelle, dann kommen viele wunderschöne Rückmeldungen: mehr Zeit für Familie, Kinder, für Freunde, mehr Zeit für mich selbst, mehr Ruhe im Leben (weniger unwichtige Meetings oder Verabredungen), mehr Urlaub, weniger oder gar kein Streit mit den Liebsten, mehr Sport, mehr Zeit für Hobbys, für Entspannung und dergleichen.

Falls Sie dabei ein paar gute Wünsche entdeckt haben, könnten Sie dann (vielleicht in der Osterzeit oder kurz danach) überlegen, welche Wünsche realistisch unkompliziert umsetzbar sind. Und zwar möglichst sofort und am besten in kleinsten Schritten. Falls Sie beispielsweise mehr Zeit für Ihre Familie oder Kinder wünschen, dann könnten Sie (wieder als Beispiel), feste Zeiten in der Woche oder am Wochenende einplanen, wo Sie etwas gemeinsam unternehmen (spielen, Rad fahren, Essen gehen, kochen, einen Film schauen). Wenn Sie sich mehr Zeit für sich selbst wünschen, dann planen Sie täglich oder wöchentlich ein kleines Zeitfenster, in welchem Sie beispielsweise Ihren Hobbys nachgehen, Sport treiben oder zu Ruhe finden.

Was immer auch Ihre Wünsche sind: Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, sondern nur einen kleinen Schritt, und setzen Sie ihn dann um – am besten sofort. Ich hoffe, dass sich Ihr Lebensgefühl dadurch verbessert, und genau das wäre doch schön. 🙂

Ebenfalls hoffe Ich, dass es Ihnen anders ergehen wird, als der Person in der Geschichte, die wir Ihnen zum Osterfest schenken (die Geschichte über einen Mondhasen, einen Bauern und dessen Wünsche ist unten nachzulesen). Sie kann Sie nachdenklich machen und dazu einladen, im Leben gute Entscheidungen zu treffen.

Das wünsche ich Allen vom Herzen und ich wünsche eine wunderschöne frühlingshafte Osterzeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen (oder eben danach). Bleiben Sie dabei gesund, neugierig und bleiben Sie uns mit Ihrem Interesse an neuen Themen und Perspektiven stets erhalten.

Ludwika

 

Und hier ist die Geschichte: Die Wünsche des Bauern – eine weise Geschichte!

Es war einmal ein armer chinesischer Reisbauer, der trotz allen Fleißes in seinem Leben nicht vorwärtskam. Eines Abends begegnete ihm der Mondhase, von dem jedes Kind weiß, dass er den Menschen jeden Wunsch erfüllen kann.

“Ich bin gekommen”, sagte der Mondhase, “um dir zu helfen. Ich werde dich auf den Wunschberg bringen, wo du dir aussuchen kannst, was immer du willst.” Und ehe er sich versah, fand sich der Reisbauer vor einem prächtigen Tor wieder. Über dem Tor stand geschrieben: “Jeder Wunsch wird Wirklichkeit”. Schön, dachte der Bauer und rieb sich die Hände. Mein armseliges Leben hat nun endlich ein Ende. Erwartungsvoll trat er durch das Tor. Ein weißhaariger, alter Mann stand am Tor und begrüßte den Bauern mit den Worten: “Was immer du dir wünschst, wird sich erfüllen. Aber zuerst musst du ja wissen, was man sich überhaupt alles wünschen kann. Daher folge mir!”

Der alte Mann führte den Bauern durch mehrere Säle, einer schöner als der andere. “Hier”, sprach der Weise, “im ersten Saal siehst du das Schwert des Ruhmes. Wer sich das wünscht, wird ein gewaltiger General. Er eilt von Sieg zu Sieg und sein Name wird auch noch in den fernsten Zeiten genannt. Willst du das?” Nicht schlecht, dachte sich der Bauer, Ruhm ist eine schöne Sache und ich möchte zu gerne die Gesichter der Leute im Dorf sehen, wenn ich General werden würde. Aber ich will es mir noch einmal überlegen. Also sagte er: “Gehen wir erst einmal weiter.” “Gut, gehen wir weiter!” sagte der Weise lächelnd.

Im zweiten Saal zeigte er dem Bauern das Buch der Weisheit. “Wer sich dieses wünscht, dem werden alle Geheimnisse des Himmels und der Erde offenbart.” Der Bauer meinte: “Ich habe mir schon immer gewünscht, viel zu wissen. Das wäre vielleicht das Rechte. Aber ich will es mir noch einmal überlegen.”

Im dritten Saal befand sich ein Kästchen aus purem Gold. “Das ist die Truhe des Reichtums. Wer sich die wünscht, dem fliegt das Gold zu, ob er nun arbeitet oder nicht.” “Ha!” lachte der Bauer, “Das wird das Richtige sein. Wer reich ist, der ist der glücklichste Mensch der Welt. Aber Moment! Glück und Reichtum sind ja zwei verschiedene Dinge. Ich weiß nicht recht. Gehen wir noch weiter.”

Und so ging der Bauer von Saal zu Saal, ohne sich für etwas zu entscheiden. Als sie den letzten Saal gesehen hatten, sagte der alte Mann zum Bauern: “Nun wähle. Was immer du dir wünschst, wird erfüllt werden!” “Du musst mir noch ein wenig Zeit lassen!” sagte der Bauer “Ich muss mir die Sache noch etwas überlegen. In diesem Augenblick aber ging das Tor hinter ihm zu und der Weise war verschwunden. Der Bauer fand sich zu Hause wieder. Der Mondhase saß wieder vor ihm und sprach: “Armer Bauer, wie du, sind die meisten Menschen. Sie wissen nicht, was sie sich wünschen sollen. Sie wünschen sich alles und bekommen nichts. Was immer sich einer wünscht, das schenken ihm die Götter – aber der Mensch muss wissen, was er will …

Verfasser unbekannt